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Mai 2020

Modernisierung DIN-Gebäude Berlin: 

Steinbeis-Innovationszentrum FiberCrete entwickelt faserverstärkten Architekturbeton mit Effektgestaltung als innovative Fassadenlösung

Das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) ist die unabhängige Plattform für Normung und Standardisierung in Deutschland und weltweit. Im Zuge der Sanierung des ca. 50 Jahre alten Verwaltungsgebäudes des DIN-Instituts in Berlin erhält der Bürokomplex eine komplett neue Gebäudehülle. Die Medicke Unternehmensgruppe erhielt den Auftrag, die neue Pfosten-Riegel-Fassade in Aluminium-Glas-Verbundbauweise mit dünnwandigen Fassadenelementen aus faserverstärktem Beton zu errichten. Die Entwicklung des faserverstärkten Architekturbetons mit blauer Effektgestaltung erfolgte durch das Steinbeis-Innovationszentrum FiberCrete. Die Produktion der Fassadenelemente wird durch die Fiber-Tech Products GmbH vorgenommen.

Visualisierung der neuen Fassade des DIN-Gebäudes Berlin © Kim Nalleweg Architekten

Muster-Fassadenplatte (Mock-up)

Die neue Fassade des DIN-Gebäudes Berlin besteht neben Aluminium und Glas aus einem neuen Material, dem faserverstärkten Feinbeton BetoLamina®-Cast, aus dem ca. 2.300 m 2 Fassadenelemente gefertigt werden. BetoLamina®-Cast besteht dabei aus sieben Feststoff- und drei Flüssigkomponenten. Einen außergewöhnlichen Blickfang bieten die blaue Designsteine – angelehnt an den Farbton den DIN-Logos –, die in die glasfaserverstärkten Fassadenplatten aus weißen Architekturbeton integriert wurden und somit eine ganz spezielle Optik erzeugen. Der BetoLamina®-Cast Glasfaserbeton entspricht grundsätzlich der DIN V 18500. In umfassenden Materialtests wurden: eine hohe mittlere Druckfestigkeit (ca. 85 MPa) und Biegezugfestigkeit (ca. 11 MPa) sowie ein hoher Frost-Tausalz-Widerstand nachgewiesen. Für die Befestigung der Fassadenelemente kommen bauaufsichtlich nicht allgemein zugelassene Befestigungsinserts aus nichtrostendem Stahl zum Einsatz, wobei hierfür eine Zustimmung im Einzelfall (ZIE) beantragt wurde.

Die Fertigung der faserverstärkten Betonelemente erfolgt durch die Fiber-Tech Products GmbH, wobei hier ein kombiniertes Verfahren, bestehend aus offener (einseitiger) Gießformgebung und nachträglicher Oberflächennachbehandlung durch Schleifen zur Anwendung kommt. Für eine wirtschaftliche Fertigung wird ein modulares Schalungssystem mit geometrisch variablen Abstellern eingesetzt. So resultieren qualitativ hochwertigste Fassadenelemente, die neben den sehr hohen Anforderungen an die Sichtqualität auch die gewünschten mechanischen Eigenschaften sowie Dauerhaftigkeit (> 50 J.), Dichtigkeit und geringe Oberflächenverschmutzung während der Nutzung erzielen. Eine Fertigstellung der Sanierung DIN-Gebäudes ist für 2021 geplant.


September 2019

FiberCrete erhält Transferpreis der Steinbeis-Stiftung für BetoLamina®-Cast - Glasfaserverstärkter Architekturbeton 

Am 27.09. erhielt das Steinbeis-Innovationszentrum FiberCrete gemeinsam mit den Verbundpartnern Medicke Metallbau und FIBER-TECH Products GmbH den Transferpreis der Steinbeis-Stiftung – Löhn-Preis. Der Preis wird seit 2004 für herausragende Projekte im unternehmerischen Wissens- und Technologietransfer vergeben.

Die Preisverleihung fand im Rahmen des Steinbeis-Tags in Stuttgart, dem jährlichen Netzwerk-Event des Steinbeis-Verbunds statt. Rund 450 Gäste aus dem In- und Ausland waren nach der Tagesveranstaltung im Stuttgarter Hospitalhof am Steinbeis-Abend in der Liederhalle zu Gast und verfolgten die Verleihung des 16. Transferpreises. Der Löhn-Preis wurde 2004 zur Würdigung der Leistung von Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Johann Löhn, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Stiftung und heutiger Ehrenkurator, initiiert. 2019 zeichnete die Jury das Projekt BetoLamina®-Cast – der neue glasfaserverstärkte Architekturbeton für filigrane freigeformte Fassaden mit dem Transferpreis aus. Gemeinsame Preisträger sind die Fiber-Tech Products GmbH (Chemnitz), die Medicke Metallbau GmbH (Glauchau) und das Steinbeis-Innovationszentrum FiberCrete (Chemnitz).

Für moderne Vorhangfassaden werden somit stahlfreie Betone gesucht, die neben den geforderten mechanischen Eigenschaften sehr dünnwandig und frei form- und gestaltbar sind sowie über hohe Oberflächenqualitäten verfügen. Hier sind neue intelligente Materialkonzepte, innovative Befestigungs-technologien und eine reproduzierbare Fertigungsstrategie gefragt. Die starke Nachfrage an derartigen Lösungen führte die Medicke Metallbau GmbH – ein Komplettanbieter für hochwertige Gebäudehüllen – nach Chemnitz. Gemeinsam mit der Fiber-Tech Products GmbH und dem Steinbeis-Innovationszentrum FiberCrete entwickelten sie in einem Forschungsvorhaben den glasfaserverstärkten Architekturbeton BetoLamina®-Cast sowie die Technologie zur Herstellung und Verankerung dünnwandiger Fassaden. Im Fokus stand die Abbildung einer ganzheitlichen Prozesskette, beginnend bei der Vermischung der Komponenten für den Beton bis hin zur logistischen Umsetzung und Montage am Bauwerk.

Erstmalig wurde BetoLamina®-Cast im Zuge des Neubaus der Büroimmobilie Wilhelm-Kaiser-Hof in Köln als freigestaltete Fassade (ca. 5.000 m²) eingesetzt. Unterschiedlich ausgerichtete Lisenen erzeugen dabei ein außergewöhnliches Schattenspiel, das sich im Wechsel des Lichteinfalls verändert. Alle Anforderungen an die Fassade, das heißt eine glatte Oberfläche, höchste Sichtbetonklasse, filigrane matte Optik, hohe Witterungsbeständigkeit und Festigkeit, wurden erfüllt. Der Transfer der Grundlagenforschung an der TU Chemnitz, Institut für Strukturleichtbau in Verbindung mit dem Steinbeis-Innovationszentrum FiberCrete konnte in idealer Weise innerhalb des Projektes umgesetzt werden. Der Transferpreis der Steinbeis-Stiftung – Löhn-Preis würdigt diese intensive Zusammenarbeit der Partner und zeigt den erfolgreichen Transfer von Forschungsleistungen in die Praxis.

Das Projekt im Film:  Link zum Video


Juli 2018

Im Chemnitzer Steinbeis-Innovationszentrum FiberCrete werden neue faser- und textilverstärkte Baustoffe und Verbunde sowie Technologien zur Herstellung entwickelt, erprobt und umgesetzt. In einem Verbundprojekt entwickelten die Steinbeis-Experten den Faserverstärkten Architekturbeton BetoLamina®-Cast sowie die Technologie zur Herstellung dünnwandiger Fassadenelementen aus dem Material, was erstmalig im Projekt Kaiserhof in Köln eingesetzt wurde.

Am geschichtsträchtigen Kaiser-Wilhelm-Ring in Köln entsteht derzeit eine neue exklusive Büroimmobilie – der von MSM Meyer Schmitz-Morkramer Rhein GmbH entworfene Wilhelm-Kaiser-Hof, der ein weiteres architektonisches Glanzlicht in der Domstadt darstellt. Ein Highlight im Zuge des Neubaus ist die ca. 5000 m² umfassende Fassaden-Architektur aus faserverstärktem Architekturbeton. Dabei erzeugen unterschiedlich ausgerichtete Lisenen in der hellen Außenfassade ein  Schattenspiel, das sich im Wechsel des Lichteinfalls permanent verändert. Die Anforderungen an den Architekturbeton sind eine besonders glatte Oberfläche mit höchster Sichtbetonklasse und eine matten Optik sowie hohe Witterungsbeständigkeit.

Im Auftrag der Art-Invest Real Estate Management wurde die Fassade des Kaiser-Wilhelm-Hofs in Zusammenarbeit von drei Partnern: der Medicke Metallbau GmbH, der FIBER-TECH Products GmbH und dem Steinbeis-Innovationszentrum FiberCrete entwickelt und umgesetzt. FiberCrete erarbeitete die Betonrezeptur, unterstütze maßgeblich die Zulassung im Einzelfall und übernahm die technologische Beratung. Die FIBER-TECH Products GmbH aus Chemnitz plant und realisiert die Produktion der Faserbetonbauteile, inklusive Formenbau und Lieferung. Die Medicke Metallbau GmbH ist neben der Werkplanung der Gesamtfassade für die Montage der Glasfaserbeton-Elemente verantwortlich.